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Antidemokratische Inschrift auf der Kuppel des Humboldtforums – Onlinepetition

Ist das Retro oder kann das weg?

Das Humboldt-Forum in Berlin, das in Form des ehemaligen Berliner Stadtschlosses wiederaufgebaut wird, ist aktuell eines der größten und prestigeträchtigsten Bauvorhaben der Bundesrepublik Deutschland. (Wikipedia). Während die Anbringung eines christlichen, tonnenscheren goldenen Kreuzes prominent auf der Kuppel des Gebäudes 2017 erst nach langer Diskussion beschlossen wurde (tagesspiegel), wurde nun bekannt, daß auch die historische Inschrift der Kuppel des ehemaligen Schlosses wieder angebracht wird. Eine Diskussion in der Öffentlichkeit dazu gab es nicht. (DLF)

Die Inschrift lautet: „Es ist kein ander Heil, es ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, denn der Name Jesu, zu Ehren des Vaters, daß im Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.“ (SZ, Druckausgabe 23.5.20)

Ist das Retro oder kann das weg? Es kann weg. Niemand in unserer demokratischen Gesellschaft ist gezwungen, vor irgendjemandem das Knie zu beugen. Das widerspricht zutiefst dem Selbstverständnis des Souveräns, der Bürgerinnen und Bürger.

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Josef Hader findet auch nicht durch Corona „zum Glauben zurück“

Ein lesenswertes Interview mit dem österreichischen Schauspieler und Kabarettisten Josef Hader. Er bemerkt nachlassende Wunder in Zeiten von Corona, „Ich finde es beeindruckend, dass sich die Marienerscheinung in Medjugorje wegen Corona nicht mehr monatlich vollzieht, sondern nur noch einmal im Jahr.“ und betont seinen Unglauben: „Jetzt hat Gott extra eine Seuche geschickt, um mich zur Umkehr zu bewegen, und nicht einmal dann find ich zum Glauben zurück.“ Das gesamte Interview in der Druckausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 9. Mai 2020 oder unter sueddeutsche.de.

Bildquelle: www.hader.at, © Lukas Beck

Joggen trotz Coronavirus

Plädoyer für eine Beibehaltung guter wissenschaftlicher Praxis auch in Coronazeiten

Huch – besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit sich beim Laufen und Joggen mit dem Coronavirus zu infizieren? Wenn es doch die Süddeutsche Zeitung schreibt: Forscher empfehlen Joggern zehn Meter Abstand?

Schauen wir mal genauer hin: Die Süddeutsche verweist in ihrem Beitrag auf einen Beitrag in Runner’s World, der wiederum verweist auf einen ungeprüften Blogeintrag eines Nutzers bei medium.com, der wiederum (auf Nachfrage in den Kommentaren) auf ein Preprint-Papier von Blocken & Malizia et al. verweist, das sich mit etwas Glück gerade im wissenschaftlichen Prozeß der Begutachtung befindet. In diesem Zustand kann man als Laie in Bezug auf dieses Fachgebiet nicht bewerten, ob das Papier wissenschaftlich korrekt ist, oder ob hier der Coronahype mitgenommen wird.

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Keine steuerliche Förderung utopischer Manager-Gehälter

„Es schadet der Arbeitsmoral und fördert die Unzufriedenheit im Unternehmen, wenn ein CEO-Gehalt mehr als 20mal so hoch ist wie das eines einfachen Arbeiters“ (Peter Drucker, siehe z.B. Manager-Magazin)

In der Süddeutschen vom 18.2.17 spricht sich der SPD-Genosse Harald Christ (Druckausgabe oder SZ-Plus-Kunden) gegen die von der SPD-Fraktion im Bundestag vorgeschlagene Begrenzung der steuerlichen Absetzbarkeit von Managergehältern aus (Zeit.de).

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„Blick in Fremde Häuser“ oder die Sinnlosigkeit mancher Journalistischer Ergüsse

Johan Schloemann schreibt in seinem Kommentar „Es gibt kaum etwas Besseres, als in fremde Häuser hineinzuschauen“ (Süddeutsche Zeitung) über seine Angewohnheit, in den „letzten Tagen“ des Jahres während des Radfahrens im Dunklen durch Fenster in fremde, beleuchtete Wohnungen zu schauen. Manche der Wohnungen empfindet er als geschmackvoll, andere als ungemütlich, weil z.B. „nichts Schönes auf der Fensterbank“ stehe.

Eine persönliche Wertung sei jedem zugestanden. Armselig wird Schloemanns Kommentar spätestens als er schreibt „Könnte es nicht doch sein, dass unter den ungastlichen Deckenlampen herzensgute Menschen wohnen?“ Er stellt hier nicht nur sein eigenes ästhetisches Empfinden über das anderer, sondern er geht sogar so weit anklingen zu lassen, daß eine andere Auffassung von schön und häßlich gekoppelt sein könnte mit einer Charaktereigenschaft wie der Güte eines Menschen.

Vielleicht haben manche Menschen schlichtweg zu wenig Geld, oder setzen andere Prioritäten in ihrem Leben, als vorbeifahrenden Radlern einen schönen Anblick bieten zu wollen. Oder haben ein völlig andere Auffassung von Innenarchitektur.

Warum dieser Artikel und diese völlig nutzlose Überheblichkeit? Hat der Autor nichts Besseres zu tun? Der Artikel schließt mit einem Verweis auf Kirchen, in denen von „Hell und Dunkel“ die Rede sein werde. Wie jetzt – all das um ein klein wenig Werbung für einen Kirchenbesuch zu veröffentlichen? Allerdings: wenn man sich an die andernorts oft gehegte Überheblichkeit von Religiösen gegenüber Religionsfreien erinnert (z.B. Plötzlich streifen wieder Christenrudel durch die Stadt), wird einiges klar.

Referenz:

Kultur oder archaische Symbolik? Kreuze in den Bergen

Der Mount Everest wirkt auch ohne Gipfelkreuz als erhabenes Naturwunder. In den bayerischen Alpen dagegen ist im vergangenen Sommer ein seltsames Theaterspiel ausgebrochen. Beteiligte: ein Unbekannter, der mit einer Axt unter anderem das Gipfelkreuz des Schafreuters fällt (Spiegel), Neonazis, die ein provisorisches Kreuz errichten (Süddeutsche), Mitglieder des Deutsche Alpenvereins (DAV) aus Bad Tölz, die das provisorische Nazi-Kreuz entfernen und durch ein eigenes ersetzen (Münchner Merkur), und erneut ein (weiterer oder der gleiche) Unbekannte, der das Gipfelkreuz erneut zerstört (Süddeutsche).

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Aktion Mensch unterstützt Kirchentag in Stuttgart mit 250 000€

Die Aktion Mensch e.V. betreibt in Deutschland eine Soziallotterie und „setzt sich mit der Förderung von sozialen Projekten, mit Aktionen und Kampagnen für Inklusion  – das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung in der Gesellschaft – ein“ (Quelle: Aktion Mensch).

Nach eigener Aussage (siehe die wörtliche Auskunft unten) unterstützt die Aktion Mensch den evangelischen Kirchentag, der im kommen Juni in Stuttgart stattfinden wird, mit knapp 250 000€.

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Mehrheit der Münchnerinnen und Münchner Konfessionslos

Der Trend der letzten Jahre bestätigt: Die Mehrheit der Münchner Bürgerinnen und Bürger sind weder christlich noch israelitisch, sondern laut Statistik der Landeshauptstadt München „Sonstige“, das heißt sie haben keine Konfession angegeben oder sind konfessionslos.

Jakob Wetzel überlegt in seinem Kommentar in der Süddeutschen, was die Gründe der Münchnerinnen und Münchner für einen Kirchenaustritt seien. Er nennt den Mißbrauchskandal, die Besteuerung von Kapitalerträgen, Tebartz-van Elst und das Kirchen nur noch als Dienstleister angesehen würden. Er vergißt möglicherweise den wichtigsten Grund: die Menschen sind schlichtweg nicht mehr religiös, wollen keine Bevormundung durch ein ideologisches, irrationales Gedankengebäude der Religionen mehr, sondern möchten selbst frei denken, Freigeistig sein, eigene Werte aufgrund von rationalen Überlegungen bilden. Weiterlesen