{"id":1046,"date":"2025-12-22T13:21:42","date_gmt":"2025-12-22T12:21:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.atheologie.de\/blog\/?p=1046"},"modified":"2025-12-22T13:32:48","modified_gmt":"2025-12-22T12:32:48","slug":"leserbrief-zum-artikel-reden-wir-ueber-bayern-mit-luitpold-prinz-von-bayern-sueddeutsche-zeitung-2025-12-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.atheologie.de\/blog\/?p=1046","title":{"rendered":"Leserbrief zum Artikel &#8222;Reden wir \u00fcber Bayern mit Luitpold Prinz von Bayern&#8220;, S\u00fcddeutsche Zeitung, 2025-12-20"},"content":{"rendered":"\n<div id=\"attachment_1049\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.atheologie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/OIG3.Nfpel_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1049\" class=\"size-medium wp-image-1049\" src=\"https:\/\/www.atheologie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/OIG3.Nfpel_-300x300.jpg\" alt=\"Bayerischer K\u00f6nig, Symbolbild,\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.atheologie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/OIG3.Nfpel_-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.atheologie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/OIG3.Nfpel_-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.atheologie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/OIG3.Nfpel_-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.atheologie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/OIG3.Nfpel_-624x624.jpg 624w, https:\/\/www.atheologie.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/OIG3.Nfpel_.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1049\" class=\"wp-caption-text\">Bayerischer K\u00f6nig, Symbolbild, Bing Image Creator<\/p><\/div>\n<p>Durchaus bemerkenswert, wie eine derartige Geschichtsklitterung eines monarchistischen bayerischen B\u00fcrgers den LeserInnen der SZ ohne Faktencheck zugemutet wird. Viele Dinge werden &#8222;nicht gerne gesagt&#8220;. Ich w\u00fcnsche mir einen Folgeartikel eines Historikers, der die Aussagen wissenschaftlich fundiert einordnet. Vielleicht ist als n\u00e4chstes jedoch ein Podcast von Herrn Luitpold Prinz von Bayern mit Herrn Heinrich XIII. Prinz Reu\u00df geplant?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Bedauernswert, wie Max Joseph I. in den Krieg &#8222;reingezogen&#8220; wurde, erst auf Seite Napoleons. Man kann Max&#8216; pers\u00f6nliches Leiden wohl nur aus der Adelsperspektive verstehen, und sicher nicht aus Sicht der bayerischen Untertanen, die im Feldzug nach Russland krepiert sind (man bewundere die romantischen Kriegerdenkm\u00e4ler in nahezu allen bayerischen Orten). Ein nahezu s\u00f6derscher Opportunismus, wie er im &#8222;richtigen Moment&#8220; machtorientiert Napoleon verr\u00e4t und die Seite wechselt &#8211; aber alles beh\u00e4lt was Napoleon im geschenkt hat, inklusive &#8222;K\u00f6nigsw\u00fcrde&#8220;.<\/p>\n<p>Und der arme Ludwig I., in der Landesausstellung erf\u00e4hrt man auch wirklich gemeine Sachen. Z.B. dass er in seiner Soldatenzeit in Regensburg einmarschiert ist. Oder dass sein Main-Donau-Kanal ein finanzielles Desaster war.<\/p>\n<p>Weiter mit Ludwig II.: Wie anst\u00e4ndig, dass die Familie die Schulden bezahlt hat. Die Trennung von Privat- und Staatsverm\u00f6gen hat allerdings erst halbwegs sauber nach dem 1. Weltkrieg stattgefunden. Seitdem leben die &#8222;Wittelsbacher&#8220; gut vom Ausgleichsfond. \u00dcbrigens: Gl\u00fccklicherweise hatte England nie, nie eine Revolution, wie Herr Prinz von Bayern betont. Die Hinrichtung Karl I. war eher nicht so ernst gemeint.<\/p>\n<p>Zu den sch\u00f6nsten Aussagen des Interviews: 5000 &#8222;Randalierer&#8220; haben also das bayerische K\u00f6nigshaus gest\u00fcrzt. H\u00e4tte er nicht noch deutlicher werden k\u00f6nnen und herabw\u00fcrdigendere Bezeichnungen finden k\u00f6nnen: &#8222;Kriminelle&#8220;, &#8222;Brandschatzer&#8220;? Auch besser, wenn man Kurt Eisner nicht erw\u00e4hnt, dem Bayern den Namen &#8222;Freistaat&#8220; verdankt, das Frauenwahlrecht oder den Achtstundentag. 60 000 Menschen am Vortag auf der Theresienwiese? Sicher auch alle aus dem hohen Norden in Z\u00fcgen herangekarrt, den die Bayerinnen und Bayern wollten offensichtlich lieber gerne weiter f\u00fcr den K\u00f6nig sterben, sowie die Soldaten in den Kasernen, die sich dem Eisner kurzerhand angeschlossen haben. In ganz Bayern gab es 1918 etwa 7000 R\u00e4te &#8211; sicher wollten die das alle nicht wirklich, sondern das war alles offensichtlich von au\u00dfen gesteuert.<\/p>\n<p>Luitpold lieb\u00e4ugelt offensichtlich sehr mit der Monarchie. Schon wichtig, dass Ludwig III. nicht abgedankt hat. Das \u00e4ndert alles. Nur, was genau? Er war halt ein alter wei\u00dfer Mann und offensichtlich senil. De facto gibt es weder K\u00f6nigreich noch Adel in Bayern. Ermutigend auch das Gerede vom bayerischen &#8222;Nationalstaat&#8220; und &#8222;Nationalbewu\u00dftsein&#8220;. Den 20% der Bayerinnen und Bayern mit Migrationshintergrund muss man da etwas v\u00e4terliche Nachhilfe geben, wer jetzt zur erlauchten bayerischen Nation dazugeh\u00f6rt und wer nicht.<\/p>\n<p>Was man Herrn Luitpold Prinz von Bayern zugutehalten muss: er hat seinen Nachnamen behalten, nicht wie der Franz, der, das Namensrecht ignorierend, in Adelsmanier mit Macht\u00fcbernahme des &#8222;Hauses&#8220; pl\u00f6tzlich nicht mehr &#8222;Prinz&#8220;, sondern &#8222;Herzog&#8220; im Nachnamen &#8222;f\u00fchrt&#8220;.<\/p>\n<p>In der Online-Ausgabe des Artikels gibts zus\u00e4tzliches ein sch\u00f6nes Hochzeitsfoto des Sohnes Ludwig, die SZ bezeichnet in huldvoll als &#8222;Prinz Ludwig&#8220;. Das war der Tag, an dem das &#8222;Haus Wittelsbach&#8220; den kompletten Nymphenburger Schlo\u00dfgarten f\u00fcr die bayerischen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sperren wollte, und nur durch Interventionen (<a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/muenchen\/hochzeit-von-ludwig-prinz-von-bayern-doch-keine-vollsperrung-von-schloss-nymphenburg-art-901774\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Abendzeitung<\/a> berichtete, nicht die SZ) davon abgehalten werden konnte. Und: wirklich sehr beeindruckend. Ludwig. 10 Jahre im Zelt. Ausschlie\u00dflich, jeden Tag. In Afrika (n\u00e4here Ortsbezeichnungen unn\u00f6tig, Arika ist halt Afrika). Der arme arme Mensch. Mu\u00df sein Lebtag nix arbeiten.<\/p>\n<p>Zusammenfassend kann ich nur sagen: als bayerischer B\u00fcrger graust es mich vor dem Weltbild des Herrn Prinz von Bayern.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Link zum Artikel:\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/projekte\/artikel\/bayern\/bayern-wittelsbacher-monarchie-prinz-von-bayern-ludwig-ii-e567507\/?utm_source=facebook&amp;utm_medium=bot_content&amp;utm_campaign=e567507&amp;fbclid=IwY2xjawO2FpdleHRuA2FlbQIxMQBicmlkETBJb0cwcUFDZGZWS0YxcUE2c3J0YwZhcHBfaWQQMjIyMDM5MTc4ODIwMDg5MgABHtVF1Tr-Bk-zNY3iO_dUVRfKyIUNSOja0pESAB8JnL3cQZb3fhy6r2pdFM6o_aem__n9si9sSgxEwWODf9IdTkg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das Haus Wittelsbach (Paywall)<\/a><\/em><\/p>\n<p><em>Diskussion auf Facebook: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/ihre.sz\/posts\/pfbid0XLjVBByvoygeiDWBihWjyiVfBX8FsruS15KsdvoVsYnJT225g4Ub4ijmsDkzAVZnl?comment_id=1757096308294164&amp;reply_comment_id=25538641662414797\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Wittelsbacher&#8230;<\/a><\/em><\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durchaus bemerkenswert, wie eine derartige Geschichtsklitterung eines monarchistischen bayerischen B\u00fcrgers den LeserInnen der SZ ohne Faktencheck zugemutet wird. 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